Welpenkauf

 

Kleiner Leitfaden

Für neue Interessenten und Freunde der Weißen Schäferhunde

von Brigitte Toll

 

Liebe Tierfreunde!

Es ist uns eine besondere Freude, dass Sie sich für unsere schönen Hunde interessieren. Der Weisse Schweizer Schäferhund (Original: Berger Blanc Suisse, seit 1.1.2003 als Rasse Nr. 347 offiziell von der FCI international anerkannte Rasse, Mutterland: Schweiz) ist ein besonders schöner Hund, der nicht nur durch seine weiße Farbe sehr auffällt. Sein liebevolles Wesen, seine Intelligenz, sein einzigartiger Charakter, machen ihn zu einem idealen Familienhund.

 

Doch halt! Er hat so seine Besonderheiten, unser treuer Freund. Auch wenn Sie bereits Hundeliebhaber sind und viel Hundeerfahrung haben, so werden Sie vielleicht einiges entdecken, was Ihnen bei anderen Hunden doch fremd war. Dieser kleine Leitfaden ist gewiss ein wenig hilfreich dabei, sich zu entscheiden, ob der Berger Blanc Suisse gerade für Sie der richtige Hund ist. Wir empfehlen Ihnen ebenfalls persönliche Gespräche mit unseren engagierten, seriösen Züchtern, für die alle ein bestimmtes Wort ein Fremdwort ist: Profitgier!

Hunde zu züchten ist keine einfache Sache, und das Fachwissen dazu bekommt niemand in die Wiege gelegt. Selbst Züchter, die schon jahrelang Hunde züchten, stehen manchmal vor dem einen oder anderen Rätsel, weil vielleicht die eine oder andere Erwartung sich nicht erfüllt hat, oder Unerwartetes geschieht, mit dem sie nicht gerechnet hatten.

Viele Menschen machen sich keinen Begriff davon, dass die Natur sich oft nicht ins Handwerk pfuschen lässt und nicht auf den ersten Blick, oder überhaupt zu erkennen ist, warum dies und das so und nicht anders gekommen ist. Die Rechnung, Verpaarung von hochgelobten Hunden miteinander = Super-Nachkommen, geht oft nicht auf, auch nicht in Bezug auf das Wesen oder die Vererbung von gutem Wesen.

 

Doch bevor wir an dieser Stelle zu tief in gewisse Besonderheiten einsteigen, möchten wir Ihnen, sofern Sie bisher noch keinen Hund hatten, einige Dinge vor Augen führen, über die Sie sich vielleicht noch keine Gedanken gemacht haben. Schließlich soll unser Liebling, der Welpe, es bei seinem neuen Besitzer auch gut antreffen und dieser soll auf einiges von dem vorbereitet werden, was er eventuell noch nicht bedacht hat.

 

Ehe Sie sich einen Hund anschaffen, wird es empfehlenswert sein die Zustimmung nicht nur aller Familienmitglieder zu haben. Auch der Vermieter muss einverstanden sein. Sofern Sie Hausbesitzer sind, ist dies für Sie kein Problem. Aber auch wenn Sie ein großes Grundstück haben und keine anderen Liegenschaften in nächster Nähe sind, wäre es doch gut, vorher Erkundigungen darüber einzuziehen, ob niemand sich gestört fühlt, wie hoch die Kosten für Hundesteuer usw. sind und viele andere Dinge mehr. Wohnen Sie in einem Hochhaus? Dann raten wir Ihnen eigentlich vom Kauf eines Hundes ab. Ein kleiner Welpe kann sich noch nicht so gut beherrschen und wem ist damit gedient, wenn die "Pfütze" im Treppenhaus landet und Sie als Besitzer verstimmt sind, weil Ihr kleiner Hund so ein Ferkel ist. Muten Sie einem kleinen Tier nicht zu viel zu. Es ist auch sehr oft so, dass nach einer Zeit der Eingewöhnung mit einem neuen Hausgenossen manche Pflichten nicht mehr gar so gerne erledigt werden. Wer geht schon gerne bei Wind und Wetter aus dem Haus? Auch der hart gesottenste Hundefreund bemerkt bei diesem Thema manchmal gewissen Unmut aufkommen. Sehr oft bleiben solche Pflichten dann an der Dame des Hauses hängen. Haben Sie sich dies gut überlegt? Was ist, wenn die Kinder unbedingt einen Hund wollen, aber Sie selbst die Bedingung daran knüpfen, Ihre Kinder müssen sich dann auch ausschließlich um das Tier kümmern. Je nach Alter der Kinder geht diese Rechnung oft nicht auf. Was ist jammervoller als der Blick eines in der Ecke sitzenden Tierchens, mit dem nicht mehr gespielt wird und das Stunden um Stunden still sitzen soll, weil niemand Zeit für es hat? Wenn Sie sich nicht sicher sind, dann bitten wir Sie im Interesse des Tieres, sich lieber keinen Hund anzuschaffen, denn das würde aus reinem Egoismus auf Kosten des Tieres geschehen. Schließlich soll jeder Freude haben - und die Freude lohnt sich, das können Sie glauben! Unsere Weissen Schweizer Schäferhunde sind die wundervollsten Kameraden, die jeder sich denken kann. Und eins erscheint mir noch wichtig: Unsere Hunderasse sollte nicht als Prestigeobjekt verstanden werden. Die weißen Geschöpfe sehen nicht nur sehr edel aus, sie sind es auch. Aber es sind Hunde, die sich draußen austoben möchten (manchmal auch drinnen, Gott bewahre!) und die ein schönes Hundeleben führen wollen. Natürlich kann man es ihnen auch beibringen, sich auf Ausstellungen gut zu präsentieren, aber wenn das die einzige Motivation ist, um sich einen BERGER BLANC SUISSE zu kaufen, dann ist es eine traurige.

 

Der Zeit- und Geduld-Aufwand für ein solches edles Tier ist groß. Doch halt, an dieser Stelle verweilen wir noch etwas, denn: Haben Sie bedacht, wie viele dieser schönen Geschöpfe heute bereits immer wieder in Tierheimen landen? Achtlos beiseite geschoben, finden sie niemanden, der sich um sie kümmert. Wie schade. Es soll niemals ein Werturteil für ein Lebewesen sein, ob ein Tier eine Ahnentafel hat oder nicht, auch nicht, ob ein Tier eine Ahnentafel eines bestimmten Vereins hat - wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich darauf aufmerksam machen, das der interessierte Hundeliebhaber sich von niemandem weismachen lassen sollte, dass es ein unbedingtes Gütesiegel in Deutschland ist, wenn Züchter in einem bestimmten Verein, vielleicht auch in der sogenannten "offiziellen" Kynologie züchten. Auch dort gibt es leider Missstände, auch dort wird u.a. mit HD-leicht gezüchtet, werden Hündinnen zweimal hintereinander belegt und leider sind die offiziellen Ahnentafeln nicht unbedingt vollständig, so dass eine Rekonstruktion von Blutlinien für Laien nahezu unmöglich ist. Jedes Tier hat es verdient, dass es jemanden findet, der es liebt. Und schließlich gibt es auch Hundeliebhaber, die lieber ein erwachsenes Tier zu sich nehmen, als einen Welpen. In diesem Falle bitten wir Sie: Fragen Sie uns, von Zeit zu Zeit wenden sich Tierfreunde an uns, die Plätze für verwaiste Weisse Schäferhunde suchen (bitte beachten Sie auch den link TIERE IN NOT auf dieser Seite).

 

Eins möchten wir Ihnen sehr ans Herz legen: Kaufen Sie - wenn möglich - nicht spontan. Suchen Sie sich in Ruhe den Züchter Ihrer Wahl. Rufen Sie unsere Züchter an, stellen Sie Fragen, und machen Sie einen Termin zum Besuch aus (und schließlich sollen sich auch Züchter und Käufer sympathisch sein). Schildern Sie dem Züchter, was Sie sich vorstellen. Jemand der schon einen Hund hatte, hat es sicher leichter, weil er wahrscheinlich ziemlich genau weiß, was er will. Doch unsere Lieblinge haben einige Besonderheiten, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

 

Weisse Schweizer Schäferhunde sind sehr intelligent. Sie sind meistens sehr temperamentvoll, kontaktfreudig und sehr anhänglich. Viele Besitzer dieser schönen Hunde kennen die "Sache mit dem weißen Schatten". Wen so etwas stört, den bitten wir inständig, von einem Kauf eines Weissen Schäferhundes abzusehen, weil er sich vielleicht irgendwann gestört fühlt, nur weil der Hund ihm überallhin folgt. Haben Sie genug Sensibilität? Auch das ist wichtig. Der Weisse Schäferhund ist kein Hund, den man mit Härte und Brutalität abrichten kann. Es ist wohl wahr, dass mit dem Weissen Schäferhund auch Hundesport betrieben werden kann.

Auf vernünftige Art und Weise und so, dass beide – Hundehalter und Hund – Spaß daran haben.

Der Weisse Schäferhund ist kein Sportgerät - und auch andere Hunde sind es nicht! Es ist beschämend, wie manche Menschen mit Hunden umgehen. Sie jagen sie auf Hundeplätze und nennen das, was sie machen, am Ende "Hundeausbildung". Die wahre Motivation dafür verbergen sie oft, nämlich persönliche Minderwertigkeitsgefühle, die sie über die Hunde kompensieren wollen. Der Weisse Schäferhund ist ein Hund, der engen Kontakt zu seinen Leuten haben muss. Es ist auf keinen Fall schlimm, wenn er stundenweise oder vielleicht nachts im Zwinger ist, sofern er es gewöhnt ist. Aber wenn bei sogenannten Züchtern die Hunde schon überhaupt nicht ins Haus dürfen oder Welpen in einem Kellerchen ohne Fenster aufgezogen werden, oder die sogenannte "Zuchtstätte" sogar weit entfernt von der Wohnung des selbsternannten Züchters ist, dann lässt das nur darauf schließen, das die rechte Beziehung zum Hund fehlt. - Es scheint wichtig zu sein, ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass jeder Tierhalter, ganz gleichgültig ob er einen Hund oder ein anderes Tier sein Eigen nennt, eine Sorgfaltspflicht dem Tier gegenüber zu erfüllen hat! Wer seine Tiere nicht regelmäßig füttert oder nicht ständig Wasser bereitstellt, ja, wer sie noch dazu über Stunden oder noch länger - möglicherweise sogar im Keller! - alleine lässt und einschließt, dem müsste eigentlich Tierhaltung auf immer verboten werden. Wie schnell verletzen sich unbeaufsichtigte Tiere, stellen in der Abwesenheit ihres Besitzers irgendetwas an und wenn der Besitzer dann irgendwann, nach langen Stunden wieder zurück kommt, hat sich ein Tier derart schlimm verletzt, das jede Hilfe zu spät kommt! Leute die derart verantwortungslos mit Tieren umgehen, verdienen eine richtige Strafe, damit sie nie wieder so gewissenlos mit den ihnen anvertrauten Lebewesen umgehen!!

Aus unserem Verein kamen und kommen viele Hunde, die sogar bis zum Schutzhund ausgebildet sind, die Rettungshunde geworden sind und/oder Fährtenhunde. Wir wollen all das nicht verteufeln, davon kann gar keine Rede sein. Aber alles soll in dem Rahmen geschehen, in dem sich sowohl Hund als auch Halter wohl fühlen. Ein Tier, das nur dazu da ist, um den Leistungsdruck seines Besitzers zu ertragen, kann einem leid tun. Wir wollen, dass es unsere Tiere gut haben, dass sie ihr Leben genießen können, mit ihren Besitzern zusammen.

 

Haben Sie sich überlegt, wie manche Leute in der Öffentlichkeit auf Hunde reagieren? Es gibt wahre Hundehasser, die keine Gelegenheit auslassen, um ihre Defizite an Hunden und/oder deren Besitzern auszulassen. Erkundigen Sie sich vor der Anschaffung Ihres neuen Hausgenossen, wie hoch die Hundesteuer in Ihrem Ort ist und welche Vorschriften die jeweilige Landeshundeverordnung macht. Manche Gemeinden fordern den Nachweis von Hundehalterhaftpflicht-Versicherungen, in unseren Augen ein „Muss“ für einen Schäferhund-Besitzer und einen Eignungstest für den neuen Besitzer, oder ersatzweise eine Bescheinigung vom Ordnungsamt, sofern schon längere Zeit Hunde gehalten werden, ohne dass Auffälligkeiten gemeldet worden waren. An all das ist zu denken, und besser ist es, vor der Anschaffung eines Tieres daran zu denken, als danach. Es wäre außerdem nicht schlecht, vorher zu klären, ob ein Familienmitglied möglicherweise Allergien entwickeln könnte, sobald das neue Haustier da ist. Die leider auch fadenscheinigste aber am liebsten benutzte Ausrede, um ein Tier wieder abzuschieben, ist auch das Argument, jemand aus der Familie habe eine Allergie.

 

Tierarztkosten sind während einer Tierhaltung leider auch oft nicht unerheblich. Es gibt Krankenversicherungen für Tiere, die Tierarztkosten erstatten. Sofern es zu viel wird, passiert es auch häufig, dass im Schadensfall diese Versicherung von der jeweiligen Gesellschaft wieder gekündigt wird. Auch solche Dinge sind zu beachten.

 

Futterkosten sind auch meistens gar nicht so unerheblich. Wir empfehlen Ihnen nur eins: Füttern Sie Ihrem Tier nicht das billigste Futter. Bitte! Sorgen Sie für Abwechslung. Einmal in der Woche Frischfleisch wäre gar nicht so schlecht. Vitaminpräparate und Calciumpräparate zuzugeben kann nicht schaden (bitte beachten Sie die Dosierungsanweisungen). Wer möchte, füttert vielleicht einmal in der Woche Pansen? Eine nicht ganz geruchlose Sache. Auch Pansen im Übermaß zu füttern, kann nur ungesund sein. Es kommt auf die richtige Dosierung an. Lassen Sie sich am besten auch in dieser Beziehung von Ihrem Züchter beraten. Bei vielen Züchtern können Sie auch das Futter beziehen, sprechen Sie das Thema am besten einmal an. Ab und zu tauchen bei Weissen Schweizer Schäferhunden - wie bei anderen Hunderassen auch - Allergien auf. Ich persönlich habe mit einem speziellen Futter, hergestellt aus Fisch, beste Erfahrungen gemacht. Ach ja und übrigens: Süßigkeiten jeder Art sind absolut verboten und nicht nur der Zähne wegen. Sie sind zum Teil giftig für Tiere, in größeren Mengen "genossen" können sie tödlich sein (vor allem Schokolade). Auch Zimmerpflanzen (die Dieffenbachie z.B. und viele, viele andere) usw. beinhalten oft eine große Gefahr, werden sei gefressen. - Ich benutze an dieser Stelle die Gelegenheit und möchte jeden Hundebesitzer (oder zukünftigen Hundebesitzer) eindringlich vor einem Problem warnen: Vor allem große Hunderassen sind vor Magendrehung zu schützen! Das heißt, wenn Sie einen sehr aktiven Hund haben, empfiehlt es sich, den Hund zu füttern, nachdem er ausgeführt wurde und genug Zeit zum Spielen und Herumtoben hatte! Geben Sie dem Tier ausreichend Zeit für Ruhepausen nach der Fütterung. Füttern Sie nicht zu viel auf einmal! Der Hundemagen ist ein sehr kompliziertes Organ. Es sind schon Fälle aufgetreten, dass nach einer zu üppigen Mahlzeit, bei zu übermäßigen Aktivitäten, eine Magendrehung aufgetreten ist. Das betroffene Tier wird apathisch und Sie haben allenfalls noch 1 Stunde, um den Hund operieren zu lassen. In den meisten Fällen sind Magendrehungen tödlich! Auch dies ist ein Grund, warum niemand seine Hunde stundenlang (oder noch länger) alleine und unbeaufsichtigt lassen sollte. Wie schnell hat ein findiger Hund eine Futterkiste geöffnet und sich über den Inhalt hergemacht. Das so konsumierte Trockenfutter quillt im Magen richtig auf und der Magen kann platzen. Wer sein Tier einem solchen Schicksal ausliefert, dem helfen auch keine Entschuldigungen, schuld ist er allein an solch einem tragischen Tod! Die Tiere sind unsere Schutzbefohlenen und wir haben für sie zu sorgen.

 

Wie sucht sich nun ein unerfahrener Hundekäufer seinen Welpen aus? Mein Rat: Am besten gar nicht. Oder nur unter Anleitung des Züchters, der Sie kennenlernt und der Ihnen Ratschläge gibt. Und natürlich auch auf Sympathie. Wenn ein Welpe beim Besuch beim Züchter immer wieder von Ihnen weg will, sollte Ihnen dies vielleicht zu denken geben. Ich sage oft: Die Racker suchen einen selbst aus. So ist das eben. Einer kommt und möchte den temperamentvollsten aus dem Wurf und dann liegt der Kleine, der schmusigste, die ganze Zeit in seinen Armen. Meistens sind dann die Würfel schon gefallen. Kaufen Sie nicht, wenn Sie ein schlechtes Gefühl haben, worin auch immer sich dies begründet. Auch Züchter und Käufer müssen einen Draht zueinander haben, das kann gar nicht oft genug erwähnt werden. Es gibt auch Züchter, die einem einfach einen Hund nicht verkaufen wollen. So leid einem dies tut, aber das müssen Sie akzeptieren. Sie können niemanden zwingen, Ihnen einen Hund zu verkaufen. Auch wenn Begriffe wie Ethik und Moral heutzutage oft ein Fremdwort sind, aber jemandem etwas aufzuzwingen (und sei es, ihn zum Verkauf eines Hundes zu zwingen) bedeutet auch, dem anderen seinen Willen aufzuzwingen, obwohl dieser es gar nicht möchte. Machen Sie auf jeden Fall einen Vertrag mit dem Züchter. Unsere Züchter verkaufen ihre Hunde nur mit Vertrag. Wir bitten Sie, nicht verärgert zu sein, wenn der Züchter sich die Nummer Ihres Personalausweises aufschreibt und mit in den Vertrag übernimmt. Zu oft verliert man sich aus den Augen und manchmal ist es gar nicht so schlecht, nach einem Umzug wiedergefunden zu werden, wenn Sie z.B. die Telefon-Nummer "Ihres" Züchters nicht mehr haben. - Mit einem Welpenpreis von 1000 Euro bis hin zu 1400 EURO sollten Sie zudem rechnen. Die Sache mit dem Preis hat natürlich auch Kehrseiten, es wäre vielleicht gar nicht so übel, etwas misstrauisch zu werden, wenn der Welpenpreis erheblich geringer ist. Vielleicht ist die "Ahnentafel" der Grund dafür?

 

Die Hunde unserer Züchter werden nur geimpft abgegeben. Die Ahnentafel gehört zum Hund. Es kommt vor, dass eine Ahnentafel nachgesendet werden muss. Dies sollte in den Vertrag mit aufgenommen werden. Die Ahnentafeln unseres Vereins sind blau und tragen die Aufschrift "1.WS e.V. Einheit". Bei uns steht die Tierliebe an erster Stelle: Im Zweifelsfall zum Wohle des Hundes!

 

Ein Detail erscheint mir persönlich sehr wichtig: Schnell habe ich als Hundehalter gelernt, dass mein Hund eigentlich immer schlauer ist als ich. Was ich nicht merke, merkt mein Hund allemal. Beobachten Sie Ihren Hund gut. Geben Sie ihm die Zeit, sich bei Ihnen einzugewöhnen. Muten Sie Ihrem Welpen nicht zu viel auf einmal zu. Lassen Sie ihn schlafen, wenn er müde ist. Danach geht es SOFORT (und nicht 1 Minute später) auf die Straße, denn das Bächlein danach kommt unweigerlich. Und "Moment mal" oder "Ich hab grad keine Zeit" kennt ein Welpe nicht. Menschen, die sich darüber beschweren, dass ihr Hund nicht stubenrein ist, haben dies meist selbst verursacht, durch Nachlässigkeit. Wenn der Hund noch klein ist, muss er öfter raus, auch nachts. Das ist nun einmal so. Stubenreinheit will trainiert werden. Überfordern Sie den kleinen Kerl auch sonst nicht. Wenn Sie ihm angewöhnen müssen, dass er ab und zu alleine bleiben muss, so tun Sie dies bitte nach und nach. Gute Erfolge habe ich damit erzielt, wenn ich meine Hunde immer nur anfangs minutenlang alleine ließ und meine Ausflüge ohne Hund immer etwas weiter ausdehnte. Eine anschließende Belohnung ist obligatorisch und macht jedem Hund Freude. Am besten lernt er über die Stimme. Wenn Sie immer gleichbleibend unbetont mit ihm reden, kann er Sie möglicherweise schlecht verstehen. Lassen Sie sich auch dazu vom Züchter vielleicht ein paar Ratschläge geben. Ab einem gewissen Alter können Sie mit dem Welpen in eine Hundeschule oder auf einen Hundeplatz gehen. Hier gilt besonders: Wenn Ihnen auffällt, das alle anderen Vereinsmitglieder lieber am Tresen stehen und Bier trinken (oder ähnliches machen,) als mit ihren Hunden zu trainieren, ist dies ein schlechter Hundeplatz. Dort lernen Sie bestimmt nur "Kommandos" und gewisse Übungen und das war‘s, wer hat denn an so etwas Freude? Ich jedenfalls nicht. Meiden Sie Hundeplätze, auf denen man Ihnen die Weissen Schweizer Schäferhunde schlecht machen will, weil die "nichts taugen" und so weiter, weil die "immer krank sind" oder "Albinos“ sind. Wer solche Dummheiten von sich gibt, geht besser sofort wieder in die Schule zurück oder lässt sich vielleicht von jemand Berufenem Benehmen beibringen, was unter Hundebesitzern oft eine fragliche Sache sein kann, aber damit muss man leider leben.

Es ist auch so, dass vieles, was mit Hundehaltung zusammenhängt, Toleranz von allen Beteiligten erfordert. Weisse Schäferhunde haaren das ganze Jahr über, gleich ob Stockhaar- oder Langstockhaar-Tiere. Auch zwischen diesen Tieren gibt es einen Unterschied. Tiere mit Langstockhaar müssen intensiver ausgebürstet werden und der Teppich ist viel stärker beansprucht durch das Langstockhaar. Auch deshalb empfehle ich, diese Frage vor dem Kauf eines Tieres zu klären – oder, noch einfacher vielleicht, einfach allen Teppichen Adieu zu sagen, was bei Hundehaltung sowieso empfehlenswerter ist. Können Sie damit umgehen? Wenn dem so ist, ist alles klar. Wenn nicht: Besser kein Tier anschaffen. Auch die Sache mit dem Hundekot auf Bürgersteigen, oder wo auch immer, ist für Unbeteiligte nicht schön, vor allem in Städten. Auch dies fordert von Ihnen Entgegenkommen. Entsorgen Sie die Hinterlassenschaften Ihres Lieblings. Stellen Sie sich vor, jemand wirft Ihnen immer seinen Müll in den Garten oder durch Ihr Fenster. Daran haben Sie gewiss auch keine Freude und eklig ist es zudem.

 

Unsere weißen Lieblinge haben viel Freude am Spielen, sie schwimmen gern und sind sehr lustige Tiere, die viele Ideen haben, die leider nicht immer so gern von ihren Besitzern gesehen werden. Dazu gehört sowohl das Zerfleddern von Pantoffeln als auch das Ausbuddeln von Pflanzen und/oder das Jagen von Kaninchen und Katzen. Fördern Sie all dies bitte nicht. Es ist den weißen Gesellen, und auch andersfarbige, schwerer wieder abzugewöhnen, als Sie denken.

 

Wenn der kleine Freund dann "in die Jahre" kommt, was dann? Es ist eine besondere Freude, mit älteren Tieren zusammen zu sein. Das habe ich im Laufe meiner Freundschaft mit diesen Hunden immer wieder feststellen können. Unsere Züchter bemühen sich, HD zu vermeiden, aber verhindern kann man sie offensichtlich noch nicht. Wir haben bereits 2002, nach Absprache mit dem Verband für das deutsche Hundewesen (VDH), die offizielle VDH-Auswertungsstelle kontaktiert und lassen seitdem, vertraglich vereinbart, unsere Hunde über diese offizielle Auswertungsstelle auswerten. Aber für unseren Verein sind auch schon seit 1994 nur noch Tiere für die Zuchtzugelassen, die mit HD-frei und HD-fast normal ausgewertet wurden. Eine Zucht mit HD-leicht ist in unserem Verein schon seit 1994 verboten! Unsere Züchter röntgen bei Ärzten, die eine VDH-Erlaubnis zum Röntgen haben. Trotzdem kann es vorkommen, das ein Nachkomme eines HD-freien Hundes HD hat. Die Meinungen der Ärzte darüber gehen deutlich auseinander.

Dieser Apell richtet sich vor allem an die Neulinge unter den Liebhabern des Weissen Schäferhundes! Die Tierliebe soll siegen, vor allem anderen! Was nützt es mir und dem fraglichen Hund, wenn ich einen schönen Hund habe, dessen Eltern vielleicht auch auf Ausstellungen gewonnen haben und er ist krank, ja, hat am Ende noch HD oder irgendein anderes Handicap? Nicht nur mein Tier leidet nachher, sondern meine Familie leidet mit mir, meine Kinder und wer sonst noch alles. Lassen Sie Ihr Tier, wenn es in Not ist, nicht im Stich! Helfen Sie ihm, lassen Sie es operieren - aber wenn gar nichts mehr hilft, zögern Sie die Entscheidung nicht zu lange hinaus.

 

Brigitte Toll

1.Weisse Schäferhunde e.V. Einheit

1.WS e.V. Einheit

 

 

 

©1.Weisse Schäferhunde e.V. Einheit 2014