Bekenntnis eines Vereins

 

 

Der interessierte Leser mag es mit Humor hinnehmen. Zuerst die gute Nachricht: Es geht dem Verein 1.Weisse Schäferhunde e.V. Einheit (1.WS e.V. Einheit) gut. Wir sind nun sicher, dass die uns angeschlossenen Züchter zu allererst auf das achten, was unserer Meinung nach am wichtigsten ist, nämlich das Wesen des Hundes! Dann die noch etwas bessere Nachricht: Ja, es haben uns Züchter verlassen – und einige inaktive Mitglieder. Doch es sind nicht viele gewesen und wir wollen nun nicht gerade davon reden, dass uns nur zwei wirklich aktive Züchter verlassen haben, die anderen "hobbyzüchteten" nur jeweils einmal im Jahr, bzw. es gab mancherorts vor zwei Jahren den letzten Wurf. Wir möchten uns die Details ersparen, die wahren Gründe der Betreffenden blühen im Verborgenen. Doch nach außen wird kolportiert, „man“ wolle nicht auf Fremdblut verzichten und wolle sich nicht die „Chancen“ für eine inzuchtfreie Zucht vergeben. Dies kommt aus berufenem Munde, denn gerade einige betreffende Personen sind damit aufgefallen, dass ihre Hunde vom Wesen her schon seit längerer Zeit durch das Raster zu fallen drohten. Wenn sich dann Hunde darunter befinden, die auch noch auf Ausstellungen die Richter zu beißen versuchen, oder sich scheu gar nicht erst zeigen, sondern zurückweichen, dann macht sich sogar der unbeteiligte Beobachter so seine Gedanken. Es kann doch nicht sein, dass versprengte Gruppen von Hobbyzüchtern auf einmal wieder zum Ursprung des Weissen Schäferhundes in Deutschland zurück möchten. Der Hund, der mit neuen Situationen nicht fertig wurde, der beim leisesten Knall ausrastete und wegrannte und der sich vor allem von Männern nicht anfassen ließ. Natürlich merkt der interessierte Käufer nichts von diesen „Wesenseigenheiten“, wenn er beim Züchter zu Hause den Welpen aussucht. Die Probleme zeigen sich erst später. Auch die ausgefallensten Trainingsmethoden auf den Hundeplätzen nützen nichts. Der Hund zeigt sich immer wieder scheu. Eine Situation, welche mühsam immer wieder konfrontiert wird, zeigt immer wieder die gleiche Reaktion an immer derselben Stelle. Denn ein scheuer Hund wird immer die leichen Probleme haben. Da hilft es auch nichts, wenn sein Besitzer mit ihm alle Hundeplätze der Umgebung unsicher macht. Vielleicht nützt es etwas, wenn der scheue Hund bereits lange vorher den Richter kennengelernt hat, damit er bei einer Ausstellung dieses Vereins gut abschneiden kann. Ein Verein, der etwas auf sich hält, wird solche "Trainingsmethoden" gar nicht erst zulassen.

 

Aber das ist natürlich noch nicht alles. Spielen wir ein Ratespiel. Welcher Rüde hat in Europa am meisten gedeckt? Nun ist eins sicher, an gewisse schon längst verblichene Rüden aus Holland ist rein deckzahlenmäßig nicht mehr heranzukommen, dazu hat sich die Gemeinde der Weissen Schäferhunde zu sehr vergrößert. Doch es lassen sich immer noch Geschäftchen damit machen, und wie. Machen Sie sich einmal – sofern Sie nicht involviert sind – die Mühe und suchen Sie im Internet Wurfmeldungen zusammen. Da brauchen Sie nicht lange zu suchen. Wir vermuten, dass ein bestimmte Rüde ungefähr 70 % des Bedarfs gedeckt hat in den letzten Jahren. Nun liegt es uns fern, jemandem verbieten zu wollen, seinen Rüden einzusetzen. Doch gerade solch ein Rüdenbesitzer argumentiert immer mit den „Fremdrüden“. Nur, haben Sie, betroffene Züchter, schon einmal überlegt, wann der betreffende Rüdenbesitzer

einmal NICHT seine eigenen Rüden genommen hat, sondern die Rüden anderer Züchter? Schon sind wir beim Thema. Was nützt einem der beste Fremdürde, wenn nur er es ist, der deckt? Schnell tritt eine „Übersättigung“ ein. Auf einmal fällt es wie Schuppen von den Augen:

Der einzige, der etwas davon hat, ist der Fremdrüdenbesitzer, der immer wieder nach Fremdrüden ruft. Mitleidlos hat er seinen Rüden überall eingesetzt. Ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass der Tag X unweigerlich kommt, an dem nur noch der Rüde XYZ in allen möglichen Linienkombinationen auftaucht. Dass sein Vater auch zeitweise durch halb Europa gescheucht wurde und offensichtlich wieder in Übersee gelandet war, um ab einem Alter von 10 oder 11 Jahren dort weiterhin für Nachwuchs zu sorgen, macht dabei schon gar nichts mehr. Finden Sie, interessierter Hundeliebhaber, jetzt immer noch, dass solche Vorgehensweise ein umsichtiger Umgang mit der Hundezucht ist? Die Antwort kann hier nur „Nein“ heißen.

 

Wer sich mit unseren Zuchtzielen richtig beschäftigt, sieht, dass es uns darum geht, Hunde zu züchten, die vom Wesen her nicht nur genügen, sondern die auch für ihre Besitzer keine Gefahr darstellen. Wissen Sie, wie das ist, einen Angstbeißer oder einen völlig scheuen Hund an der Leine zu haben, der bei der kleinsten Kleinigkeit ausbricht? Sind Sie schon einmal Stunden über Stunden durch Ihre Stadt gelaufen und haben Sie versucht, solch einen Hund wieder einzufangen? Das kann es doch nicht sein, dass Leute sich nur Argumente basteln und dann einmal im Jahr einen Wurf vermehren, noch dazu mit immer der gleichen Fantasielosigkeit. Es ist nicht schlimm, wenn jemand immer den gleichen Deckrüden für seine Hündin nimmt. Nur sollte sich der Züchter dann auch Gedanken gemacht haben, warum er gerade diesen Rüden nochmals nimmt und nicht doch einmal einen anderen Erzeuger für einen Wurf. Natürlich liegt der Gedanke nahe, einen so genannten Fremdrüden zu nehmen. Doch halt! Wer weiß denn schon, welches Erbgut derjenige mitbringt? Wie sein Erbgut sich mit dem der eigenen Hündin verträgt? Passen seine Nachkommen zu den Zuchtvorstellungen, die jeder hat? Zuchtvorstellungen sind konkrete Anforderungen, die ein Züchter sich stellen muss, sie haben nichts damit zu tun, dass ein anderer Züchter einen Rüden für seine Zucht genommen hat und nun will ich auf Gedeih und Verderb diesen Rüden auch nehmen. Wer die Antwort nicht geben kann, warum er diesen Rüden zu nehmen gedenkt, der macht nur nach und hat keine eigenen Pläne! Hunde sind Lebewesen! Wie oft riet die Vorsicht dazu, eine Verpaarungskombination aus dem einen oder andren Grund nicht vorzunehmen. Trotzdem wurde verpaart und oft ging es gut; Glück gehabt.

Stellen Sie sich nur vor, Sie haben Kenntnis von Erbfehlern auf beiden Seiten der miteinander zu verpaarenden Hunde – und am Ende zeigt sich Gott sei Dank doch kein Vererbungsproblem. Die Erbfehler schlummern aber weiter in den Genen und wer weiß, vielleicht tauchen sie schon in der nächsten Generation wieder um so massiver auf.

Wer züchtet, spielt immer mit dem Feuer und nur wenige sind sich darüber im Klaren, wie schnell eine Hunderasse verzüchtet wird. Das ist kein Züchten, von einem bekannten Züchter ein paar Hunde kaufen und dann seinem Ruf folgen, den Fremdrüden nehmen und sich im Glanze desselben sonnen. Dann kommt der nächste Fremdrüde an die Reihe, und so fort. Eines Tages passiert doch etwas. Weil derjenige, der aus Unvernunft nur blind vermehrt, auch eines Tages den Preis zahlen muss.

 

Wir sind jedenfalls, nach einer kleinen Transformation, die uns selbst gezeigt hat, dass es besser ist, zu etwas zu stehen und nicht mehr alle Mätzchen mitzumachen, die manche Kreise initiierten, besseren Mutes als vorher, dass wir diesen Weg weiter für uns beschreiten. Es ist klar, dass nicht jeder Hund auch ein Hund für die Zucht ist. Doch ein bisschen was muss man doch auch von einem zukünftigen Zuchthund verlangen können. Ach übrigens: Unsere Züchter können immer noch „Fremdrüden“ für die Zucht nehmen. Wer das Gegenteil behauptet ist schlichtweg nicht informiert oder besser: Er (Sie) sucht nur billige Argumente, weil seine (ihre) eigenen Hunde bei uns keine Zuchttauglichkeit bekommen hätten.

 

Und eines möchten wir noch klarstellen: Hunde die bei uns in die Zucht kommen, müssen einwandfrei zu identifizieren sein. Dass es in der Vergangenheit zu einem Problem kam, das uns erst in diesem Spätsommer bekannt gemacht wurde, war nicht unsere Schuld, denn die Verantwortlichen wussten nichts von gewissen Umständen und distanzieren sich ausdrücklich von diesen. Genauso wie es klar sein dürfte, dass Hunde, die aus dem Ausland gebracht wurden und hunderte von Kilometern in einem Auto hin- und hergefahren wurden, identifizierbar sein müssen.

Wenn dann mindestens drei verschiedene Versionen erzählt werden, dass a) kein Mikrochip zu finden war, b) ein Mikrochip vielleicht gesehen worden war oder c) der Mikrochip selbstverständlich bei Übergabe des weit gereisten Welpens genauestens kontrolliert worden war - obwohl ein neuer Mikrochip gesetzt worden war, dann müssen wir davon ausgehen, dass wir wissentlich getäuscht worden sind, von weiteren "Verschleierungsmaßnahmen" ganz zu schweigen. Wenn Sie sich das vor Augen führen, liebe interessierte Leser, dann können Sie sich sicher vorstellen, dass wir in der Tat die Austritte, die bei uns stattgefunden haben, begrüßen!

 

©1.Weisse Schäferhunde e.V. Einheit 2014