Interessantes über die Geschichte der Weissen Schäferhunde und über unseren Verein für Weiße Schäferhunde

 

 

Übermittelt mit freundlicher Genehmigung von Julie Crawford
Übermittelt mit freundlicher Genehmigung von Julie Crawford

 

Der Weiße Schäferhund

Interessantes über die Geschichte der Weißen Schäferhunde und über unseren Verein für Weiße Schäferhunde

 

ENDE DES 19. JAHRHUNDERTS: Genaue Daten bezüglich Ersterwähnung fehlen, sicher aber ist, dass es Weisse Schäferhunde schon lange vor der Reinzucht des Deutschen Schäferhundes gegeben hat.

 

1879: Geburt von „Greif“, einem weissen Schäferhundrüden. Aus dessen Verbindung mit „Lotte“ ging „Lene“ hervor, welche mit „Kastor“ verpaart wurde und darauf den Rüden „Hektor Linksrhein“ gebar.

 

1882: zeigt der Freiherr von Knigge auf einer Ausstellung in Hannover zwei deutsche Schäferhunde:

"Kiraß" (WT: 1878, grau und weiß) sowie "Greif" (WT: 1879, Farbe weiß).

 

1887: wurde "Greiff" (weiß) zusammen mit "Foß" (WT 1884, braungelb, Bes. Deinhard) und einer Greiftochter namens "Russin" (Bes. Frömling) in Hannover ausgestellt.

 

1888: wurden "Foß", "Russin" sowie "Greifa" (weiß, Bes. von Knigge) in Hamburg ausgestellt. Die Hündin "Russin" war eine Greif-Tochter und soll ebenfalls weiß gewesen sein.

 

1889: wurden in Kassel Greif II (weiß, Bes. Freiherr von Knigge) sowie "Stummel" (gelb, Bes. Riechelmann) ausgestellt.

 

1899: An einer Ausstellung in Karlsruhe erwirbt Rittmeister Max von Stephanitz „Hektor Linksrhein“ und tauft ihn in „Horand von Grafrath“ um. Gründung des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV). „Horand“ wird als erster Hund in das neu eröffnete Zuchtbuch eingetragen und gilt somit als Stammvater des Deutschen Schäferhundes.

 

1913: Gründung des German Shepherd Dog Club of America. In dessen Zuchtbuch werden nebst schwarz-gelben auch weisse Schäferhunde eingetragen.

Der erste ins Zuchtbuch des SV eingetragene weiße DSH ist „Lotte von Burg Elz“, eine Hündin (Änderung 3.11.2016).

 

1917: Im Zwinger von Anne Tracy in New York fällt der 1. Wurf mit drei Weissen Schäferhunden, darunter „Stonihurst Edmund“. Anne Tracy hat wesentlich zur Verbreitung der Rasse in den USA sowie Kanada beigetragen und somit verhindert, dass die Rasse ausgestorben ist. Anne Tracy war Gründungsmitglied des German Shepherd Dog Club of America.

 

1920: H.N. Hanchett aus Minneapolis beginnt, gezielt Weisse Schäferhunde aus deutscher Zucht zu importieren.

 

1931: Schon 1931 veröffentlicht der SV nachweislich, das weiße Schäferhunde nicht mehr zur Zucht zugelassen sind. Nur noch drahthaarige weiße Schäferhunde aus dem Braunschweigischen dürfen weiterhin in das Zuchtbuch des SV eingetragen werden.

 

1966: Agatha Burch, eine Schweizerin mit Wohnsitz in den USA, erwirbt den weissen Rüden „Lobo“. Sie zieht mit ihm im Jahr 1970 in die Schweiz, wo „Lobo“ in das Schweizerische Hundestammbuch eingetragen wird, allerdings mit dem Vermerk „Zur Zucht gesperrt“.

 

1968: Auch in Amerika wird der Weisse Schäferhund zur Zucht gesperrt.

 

1969: Gründung der Vereinigung „White German Shepherd Dog Club“ in Sacramento (USA); der erste Verein ausschliesslich für weisse Schäferhunde.

 

1973: Der erste Wurf von „Lobo“ und „Blinkbonny’s Lilac“, einer von Agatha Burch in der Zwischenzeit in England erworbenen weissen Hündin, kommt in der Schweiz zur Welt; es sind drei Rüden und eine Hündin. Der Eintrag ins Stammbuch wird verweigert, da weiss nicht mehr anerkannt ist. Unter dem Zwingernamen „Shangrila’s“ erfolgt der Eintrag ins Anhangregister des Stammbuches.

 

1974-1980: Bei den zwei folgenden Würfen wird Agatha Burch der Eintrag ins Anhangregister verweigert. Sie verlegt darauf aus familiären Gründen ihren Wohnsitz wieder in die USA und nimmt „Lobo“ mit. Er verstirbt 1980 im Alter von 14 Jahren. Agatha Burch kommt der Verdienst zu, den Weissen Schäferhund von Amerika wieder nach Europa gebracht zu haben.

Der Schweizer Kurt Kron, der aus dem ersten Wurf von „Lobo“ und „Blinkbonny’s Lilac“ die Hündin „Shangrila’s Sweetygirl“ erworben und aus Dänemark den Weissen Schäferrüden „Kokes Mahalo“ importiert hatte, legt mit seinen Hunden den Grundstein für die Verbreitung der Weissen Schäferhunde in Europa.

 

1980: Der Deutsche Martin Faustmann erwirbt vom Schweizer Zwinger den Rüden „Champion von Kron“ und ein Jahr später die Hündin „Rani von Finn“. Mit diesem Stammpaar begann er die organisierte Reinzucht der Weissen Schäferhunde in Deutschland. 1981 fällt in seinem Zwinger der 1. Wurf (12.6.1981)

 

1981: In Faustmanns Zwinger fällt am 12.6.1981 der erste Wurf von Weissen Schäferhunden (Champion von Kron X Rani von Finn). Faustmann gründet in diesem Jahr mit Gleichgesinnten den ersten Verein für "Amerikanisch-Canadische Weisse Schäferhunde" in der Bundesrepublik Deutschland.

 

1987: Der Schweizer Jürg Epprecht importiert innerhalb von zwei Jahren vier Weisse Schäferhunde für seine Zuchtstätte „Weisse Perle“.

 

1989: Jürg Epprecht gründet die „Gesellschaft Weisse Schäferhunde, Schweiz GWS“.

 

1990: Martin Faustmann gründet unseren Verein (unter dem Namen 1.WACSR e.V. Einheit)

 

1991: Die „Gesellschaft Weisse Schäferhunde, Schweiz GWS“ wird von der SKG als Rasseklub aufgenommen. Veröffentlichung eines vorläufigen Standards; die Schweiz ist das erste Land, das den Weissen Schäferhund als nationale Rasse anerkennt. SKG-Richter begutachten die Hunde, danach erfolgen erste Eintragungen ins Anhangregister des Stammbuches.

 

1992: Beginn der kontrollierten Zucht Weisser Schäferhunde in SKG-anerkannten Zuchtstätten.

 

1993: Dr. H. Räber stellt den Weissen Schäferhund als neue Rasse in seiner viel beachteten „Enzyklopädie der Rassehunde“ vor.

 

1995: Der Standard der Schweiz erlaubt neu auch die langstockhaarige Varietät. Der Raad van Beheer op kynologisch Gebied (nationaler FCI-Club in Holland) initiiert die Gründung eines Komitees zur Anerkennung der Weissen Schäferhunde.

 

1996: Gründung des Komitees, zu dessen Präsidentin Ruut Tilstra, Holland, gewählt wird.

 

1997: Um zu vermeiden, dass innerhalb der 1996 gegründeten Weltorganisation für Weisse Schäferhunde zu einseitige Machtverhältnisse eine sinnvolle internationale Zusammenarbeit zunichte machen, wird die IWSF gegründet - International White Shepherd Federation gegründet. Als Präsidentin wird Ruut Tilstra gewählt. Das Präsidium besteht aus 3 Mitgliedern: Präsidentin Ruut Tilstra (NL), Schriftführerin Brigitte Toll (D), Schatzmeister Philippe Bontemps (F). Unser Verein ist dieser Organisation angeschlossen.

 

2001: Durch hauptsächliche Arbeit von Birgit Stoll (damals Präsidiumsmitglied des 1.WS e.V. Einheit) können die für die Anerkennung durch die FCI notwendigen 8 Blutlinien gefunden werden. Präsentation dieser Arbeit persönlich durch den Vorstand unseres 1.WS e.V. Einheit beim VDH im Mai 2001.

 

2005: Immer noch muss mehr Wert auf Zusammenarbeit gelegt werden. Von jeher hatte sich unser Verein dies vorgenommen und Jahre hindurch bewiesen, dass Zusammenarbeit auf vernünftige Weise möglich ist. Mittlerweile sind wir zum größten Rassehundezuchtverein für Weisse Schweizer Schäferhunde (Berger Blanc Suisse) in Deutschland geworden. Unsere Zuchtziele sind gesunde Hunde, deren Wesen ansprechend ist und die dem Standard entsprechen - ein großes Anliegen ist uns dabei, die Inzucht so klein wie möglich zu halten. Einige couragierte Liebhaber der Rasse importieren aus diesem Grund Hunde vor allem aus USA und Kanada, wobei leider die Spreu vom Weizen getrennt werden muss, denn wer viel Geld in Importhunde investiert, möchte anschließend auch unter dem Strich sehr oft einen Gewinn machen, so dass nicht alles Gold ist, was glänzt, und sogar im Laufe der Jahre außerhalb unseres Vereins auch Tiere zur Zucht eingesetzt wurden (und leider immer noch werden), die besser nicht in Zuchtprogramme involviert worden wären. Leider ist auch in vielen Blutlinien zuviel Inzucht vertreten. Ich hoffe, ich schockiere Sie nicht, liebe Leser, wenn ich dazu nur eines bemerken möchte: Bei den Menschen ist Inzucht verboten. Sie alle wissen, warum. Die einfache Grundregel kann auch für Hunde angewendet werden. Überlegen Sie dies einmal bitte. Sind gewisse Gene einmal gefestigt, wird es schwer, etwas wieder herauszuzüchten. Wir alle in Deutschland haben schon genug Probleme, sei es mit Schiefköpfen, Taubheit, Schlunderweiterung, Herzfehlern. Leider wird dies von vielen profitgierigen Vermehrern einfach vertuscht. In dieser Beziehung arbeiten wir immer noch eng mit der GWS-Schweiz zusammen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, derartige Dinge zu überwachen.

 

Unsere Züchter züchten in vernünftigem Rahmen. Unsere Zuchtrichtlinien verhindern eine Ausbeutung der Tiere. Wer diese nicht einhalten möchte, kann in unserem Verein nicht züchten. Beste Erfahrung haben wir im Laufe der Jahre damit gemacht, das wir bereits seit 1994 eine Zucht mit HD-leichten Tieren nicht mehr zugelassen haben. Seit vielen Jahren haben wir als Auswertungsstelle einen maßgeblichen Tierarzt des Hohenheimer Kreises. HD ist immer noch ein Problem in der Rasse. Wer dies verleugnet, belügt andere. Deshalb ist es die Pflicht aller daraufhin zu arbeiten, dass unsere schönen Tiere noch gesünder werden - damit wir alle viel Zeit mit unseren vierbeinigen Lieblingen verbringen können, denn "jeder Mensch und jedes Tier ist nur für eine kleine Weile hier", dichtete Reiner Kunze so schön. Genießen wir einfach die Zeit gemeinsam, unsere "kleine Weile"!

 

 

 

Ihr 1.Weisse Schäferhunde e.V. Einheit (1. WS e. V. Einheit)

 

Brigitte Toll