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KLEINER LEITFADEN FÜR NEUE INTERESSENTEN UNSERER RASSE
von Brigitte Toll
Liebe Tierfreunde!
Es ist uns eine besondere Freude, das Sie sich für unsere schönen Hunde interessieren. Der Weisse Schweizer Schäferhund (Original: Berger Blanc Suisse, seit 1.1.2003 als Rasse Nr. 347 offiziell von der FCI international anerkannte Rasse, Mutterland: Schweiz) ist ein besonders schöner Hund, der nicht nur durch seine weiße Farbe sehr auffällt. Sein liebevolles Wesen, seine Intelligenz, sein einzigartiger Charakter, machen ihn zu einem idealen Familienhund.
Doch halt! Er hat so seine Besonderheiten, unser treuer Freund. Auch wenn Sie bereits Hundeliebhaber sind und viel Hundeerfahrung haben, so werden Sie vielleicht einiges entdecken, was Ihnen bei anderen Hunden doch fremd war. Dieser kleine Leitfaden ist gewiß ein wenig hilfreich dabei, sich zu entscheiden, ob der Berger Blanc Suisse der richtige Hund gerade für Sie ist. Wir empfehlen Ihnen ebenfalls persönliche Gespräche mit unseren engagierten seriösen Züchtern für die alle ein bestimmtes Wort ein Fremdwort ist: Profitgier! In unserem Verein, der 1990 vom 1. Züchter für Weisse Schäferhunde in Deutschland, Martin Faustmann, gegründet wurde, züchten nur Hundefreunde die ihre Hunde lieben und für die die Hundezucht nicht in erster Linie eine Verdienstmöglichkeit ist. Hunde zu züchten ist keine einfache Sache, und das Fachwissen dazu bekommt niemand in die Wiege gelegt. Selbst Züchter die schon jahrelang Hunde züchten, stehen manchmal vor dem einen oder anderen Rätsel, weil vielleicht die eine oder andere Erwartung sich nicht erfüllt hat, oder Unerwartetes geschieht, mit dem sie nicht gerechnet hatten und das jede Hoffnung sogar noch überflügelt. Viele machen sich keinen Begriff davon, das die Natur sich oft nicht ins Handwerk pfuschen läßt und nicht auf den ersten Blick (oder überhaupt) zu erkennen ist, warum dies und das so und nicht anders gekommen ist. Die Rechnung: Verpaarung von hochgelobten Hunden miteinander = Super-Nachkommen geht oft nicht auf, auch nicht in Bezug auf das Wesen oder die Vererbung von gutem Wesen.
Doch bevor wir an dieser Stelle zu tief in gewisse Besonderheiten einsteigen, möchten wir Ihnen, sofern Sie bisher noch keinen Hund hatten, einige Dinge vor Augen führen, über die Sie sich vielleicht noch keine Gedanken gemacht haben. Schließlich soll unser Liebling, der Welpe, es bei seinem neuen Besitzer auch gut antreffen und dieser soll auf einiges von dem vorbereitet werden, was er eventuell noch nicht bedacht hat.
Ehe Sie sich einen Hund anschaffen, wird es empfehlenswert sein die Zustimmung nicht nur aller Familienmitglieder zu haben. Auch der Vermieter muß einverstanden sein. Sofern Sie Hausbesitzer sind, ist dies für Sie kein Problem. Aber auch wenn Sie ein großes Grundstück haben und keine anderen Liegenschaften in nächster Nähe sind, wäre es doch gut, vorher Erkundigungen darüber einzuziehen, ob niemand sich gestört fühlt, wie hoch die Kosten für Hundesteuer usw. sind und viele andere Dinge mehr. Wohnen Sie in einem Hochhaus? Dann raten wir Ihnen eigentlich vom Kauf eines Hundes ab. Ein kleiner Welpe kann sich noch nicht so gut beherrschen und wem ist damit gedient, wenn die "Pfütze" im Treppenhaus landet und Sie als Besitzer verstimmt sind, weil Ihr kleiner Hund so ein Ferkel ist. Muten Sie einem kleinen Tier nicht zuviel zu. Es ist auch sehr oft so, das nach einer Zeit der Eingewöhnung mit einem neuen Hausgenossen manche Pflichten nicht mehr gar so gerne erledigt werden. Wer geht schon gerne bei Wind und Wetter aus dem Haus? Auch der hartgesottenste Hundefreund bemerkt bei diesem Thema manchmal gewissen Unmut bei ihm aufkommen. Sehr oft bleiben solche Pflichten dann an der Dame des Hauses "hängen". Haben Sie sich dies gut überlegt? Was ist, wenn die Kinder unbedingt einen Hund wollen, aber Sie selbst die Bedingung daran knüpfen, Ihre Kinder müssen sich dann auch ausschließlich um das Tier kümmern. Je nach Alter der Kinder geht diese Rechnung oft nicht auf. Was ist jammervoller als der Blick eines in der Ecke sitzenden Tierchens, mit dem nicht mehr gespielt wird und das Stunden um Stunden still sitzen soll, weil niemand Zeit für es hat? Wenn Sie sich nicht sicher sind, dann bitten wir Sie im Interesse des Tieres, sich lieber keinen Hund anzuschaffen, denn das würde aus reinem Egoismus auf Kosten des Tieres geschehen. Schließlich soll jeder Freude haben - und die Freude lohnt sich, das können Sie glauben! Unsere Weissen Schweizer Schäferhunde sind die wundervollsten Kameraden die jeder sich denken kann. Und eins erscheint mir noch wichtig: Unsere Hunderasse sollte nicht als Prestigeobjekt verstanden werden. Die weißen Geschöpfe sehen sehr edel aus, sie sind es auch. Aber es sind Hunde, die sich draußen austoben möchten (manchmal auch drinnen, Gott bewahre!) und die ein schönes Hundeleben führen wollen. Natürlich kann man es ihnen auch beibringen, sich auf Ausstellungen gut zu präsentieren, aber wenn das die einzige Motivation ist um sich einen BERGER BLANC SUISSE zu kaufen, dann ist es eine traurige.
Der Zeit- und Geduld-Aufwand für ein solches edles Tier ist groß. Doch halt, an dieser Stelle verweilen wir noch etwas, denn: Haben Sie bedacht, wie viele dieser schönen Geschöpfe heute bereits immer wieder in Tierheimen landen? Achtlos beiseite geschoben finden sie niemanden, der sich um sie kümmert. Wie schade. Es soll niemals ein Werturteil für ein Lebewesen sein, ob ein Tier eine Ahnentafel hat oder nicht (auch nicht, ob ein Tier eine Ahnentafel eines bestimmten Vereins hat - wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich darauf aufmerksam machen, das der interessierte Hundeliebhaber sich von niemandem weismachen lassen sollte, das es ein unbedingtes Gütesiegel in Deutschland ist, wenn Züchter in einem bestimmten Verein, vielleicht auch in der sogenannten "offiziellen" Kynologie züchten. Auch dort gibt es leider Mißstände, auch dort wird u.a. mit HD-leicht gezüchtet, werden Hündinnen zweimal hintereinander belegt und leider sind die offiziellen Ahnentafeln nicht unbedingt vollständig, so daß eine Rekonstruktion von Blutlinien für Laien nahezu unmöglich ist). Jedes Tier hat es verdient, das es jemanden findet, der es liebt. Und schließlich gibt es Hundeliebhaber, die lieber ein erwachsenes Tier zu sich nehmen. In diesem Falle bitten wir Sie: Fragen Sie uns, von Zeit zu Zeit wenden sich Tierfreund an uns die Plätze für verwaiste Weisse Schäferhunde suchen (bitte beachten Sie auch den link TIERE IN NOT auf dieser Seite). Wir vermitteln gerne, und zwar unbürokratisch und ohne viel unnötiges Aufsehen (an dieser Stelle möchte ich ganz besonders einigen Damen und Herren nicht nur aus dem 1.WS e.V. Einheit danken, mit denen der Austausch und der Einsatz gerade auch für die Vermittlung hilfsbedürftiger Tiere mehr als ein Vorbild ist, in alphabetischer Reihenfolge: Tina & Robertino D'Angelo, Gudrun Aulbach, Shela Dagadu, Anke und Andreas Griggel, Petra Hanxleden, Irene Langguth, Gabi Reiswig, Marieta Schneider, Sigrid Schneider, Birgit Stoll, Ruut Tilstra, Anna Winkler.
Eins möchten wir Ihnen sehr ans Herz legen: Kaufen Sie - wenn möglich - nicht spontan. Suchen Sie sich in Ruhe den Züchter Ihrer Wahl. Rufen Sie unsere Züchter an, stellen Sie Fragen, und machen Sie einen Termin zum Besuch aus (und schließlich sollen sich auch Züchter und Käufer sympathisch sein). Schildern Sie dem Züchter, was Sie sich vorstellen. Jemand der schon einen Hund hatte, hat es sicher leichter, weil er wahrscheinlich ziemlich genau weiß, was er will. Doch unsere Lieblinge haben einige Besonderheiten, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.
Weisse Schweizer Schäferhunde sind sehr intelligent. Sie sind meistens sehr temperamentvoll, kontaktfreudig und sehr anhänglich. Viele Besitzer dieser schönen Hunde kennen die "Sache mit dem weißen Schatten". Auch ich besitze seit einigen Jahren ein solches Exemplar (ich habe seit mittlerweile 14 Jahren Weisse Schäferhunde, aber meine "vorigen" Tiere (Baronesse, Johnny und Prinzeß) waren alle relativ 'unabhängig' - obwohl sie alle gerne nachgesehen haben, wenn "was los" war - Sammy geht mir immer hinterher! Immer! Im Haus hat er dabei meistens seine Nase in meiner rechten Handinnenfläche... Wen so etwas stört, den bitten wir inständig, von einem Kauf eines Weissen Schäferhundes abzusehen, weil er sich vielleicht irgendwann gestört fühlt, nur weil der Hund ihm überallhin folgt. Haben Sie genug Sensibilität? Auch das ist wichtig. Der Weisse Schäferhund ist kein Hund, den man mit Härte und Brutalität abrichten kann. Es ist wohl wahr, das mit dem Weissen Schäferhund auch Hundesport betrieben werden kann. Wir empfehlen jedoch oft, einen großen Bogen um die - wie wir sie nennen - "Sprücheklopfer" unter den sogenannten Züchtern zu machen. Der Weisse Schäferhund ist kein Sportgerät - und auch andere Hunde sind es nicht! Es ist beschämend, wie manche Menschen mit Hunden umgehen. Sie jagen sie auf Hundeplätze und nennen das was sie machen am Ende "Hundeausbildung". Die wahre Motivation dafür verbergen sie oft, nämlich persönliche Minderwertigkeitsgefühle, die sie über die Hunde kompensieren wollen. Der Weisse Schäferhund ist ein Hund, der engen Kontakt zu seinen Leuten haben muß. Es ist auf keinen Fall schlimm, wenn er stundenweise oder vielleicht nachts im Zwinger ist, sofern er es gewöhnt ist. Aber wenn bei sogenannten Züchtern die Hunde schon überhaupt nicht ins Haus dürfen oder Welpen in einem Kellerchen ohne Fenster aufgezogen werden oder die sogenannte "Zuchtstätte" sogar weit entfernt von der Wohnung des selbsternannten Züchters ist, dann läßt das nur darauf schließen, das die rechte Beziehung zum Hund fehlt. - Es scheint wichtig zu sein, ausdrücklich darauf hinzuweisen, das jeder Tierhalter (ganz gleichgültig ob er einen Hund oder ein anderes Tier sein Eigen nennt) eine Sorgfaltspflicht dem Tier gegenüber zu erfüllen hat! Wer seine Tiere nicht regelmässig füttert oder ihnen ständig Wasser bereithält, ja, wer sie noch dazu über Stunden oder noch länger - möglicherweise sogar im Keller! - alleine läßt und einschließt, so daß sie zu Schaden kommen, dem müßte eigentlich Tierhaltung auf immer verboten werden. Wie schnell verletzen sich unbeaufsichtigte Tiere, stellen in der Abwesenheit ihres Besitzers irgendetwas an und wenn der Besitzer dann irgendwann, nach langen Stunden oder mehr wieder zurückommt, hat sich ein Tier derart schlimm verletzt, das jede Hilfe zu spät kommt! Leute die derart verantwortungslos mit Tieren umgehen, verdienen eine richtige Strafe, damit sie nie wieder so gewissenlos mit den ihnen anvertrauten Lebewesen umgehen !!
Aus unserem Verein kamen und kommen viele Hunde, die sogar bis zum Schutzhund ausgebildet sind, die Rettungshunde geworden sind und/oder Fährtenhunde. Wir wollen all das nicht verteufeln, davon kann gar keine Rede sein. Aber alles soll in dem Rahmen geschehen, in dem sich sowohl Hund als auch Halter wohl fühlen. Ein Tier das nur dazu da ist, um den Leistungsdruck seines Besitzers zu ertragen, kann einem leid tun. Wir wollen das unsere Tiere es gut haben und ihr Leben genießen können,mit ihren Besitzern zusammen.
Haben Sie sich überlegt, wie manche Leute in der Öffentlichkeit auf Hunde reagieren? Es gibt wahre Hundehasser, die keine Gelegenheit auslassen um ihre Defizite an Hunden und/oder deren Besitzern auszulassen. Erkundigen Sie sich vor der Anschaffung Ihres neuen Hausgenossen, wie hoch die Hundesteuer in Ihrem Ort ist und welche Vorschriften die jeweilige Landeshundeverordnung macht. Manche Gemeinden fordern den Nachweis von Hundehalterhaftpflicht-Versicherungen (ein Muss für einen Schäferhund-Besitzer) und einen Eignungstest für den neuen Besitzer (oder ersatzweise eine Bescheinigung vom Ordnungsamt, sofern schon längere Zeit Hunde gehalten werden, ohne das Auffälligkeiten gemeldet worden waren). An all das ist zu denken, und besser ist es, vor der Anschaffung eines Tieres daran zu denken, nicht danach. Es wäre außerdem nicht schlecht, vorher zu klären, ob ein Familienmitglied möglicherweise Allergien entwickeln könnte, sobald das neue Haustier da ist. Die leider auch fadenscheinigste aber am liebsten benutzte Ausrede um ein Tier wieder abzuschieben, ist auch das Argument, jemand aus der Familie habe eine Allergie.
Tierarztkosten sind während einer Tierhaltung leider auch oft nicht unerheblich. Es gibt Krankenversicherungen für Tiere, die Tierarztkosten erstatten. Sofern es zuviel wird, passiert es auch häufig, das im Schadensfall diese Versicherung von der jeweiligen Gesellschaft wieder gekündigt wird. Auch solche Dinge sind zu beachten.
Futterkosten sind auch meistens gar nicht so unerheblich. Wir empfehlen Ihnen nur eins: Füttern Sie Ihrem Tier nicht das billigste Futter. Bitte! Sorgen Sie für Abwechslung. Einmal in der Woche Frischfleisch wäre gar nicht einmal so schlecht. Vitaminpräparate und Calciumpräparate zuzugeben kann nicht schaden (bitte beachten Sie die Dosierungsanwendungen). Wer möchte, füttert vielleicht einmal in der Woche Pansen? Eine nicht ganz geruchlose Sache. Auch Pansen im Übermaß zu füttern, kann nur ungesund sein, viele Tiere entwickeln Allergien usw. Es kommt auf die richtige Dosierung an. Lassen Sie sich am besten auch in dieser Beziehung von Ihrem Züchter beraten. Bei vielen Züchtern können Sie auch das Futter beziehen, sprechen Sie das Thema am besten einmal an. Ab und zu tauchen bei Weissen Schweizer Schäferhunden - wie bei anderen Hunderassen auch - Allergien auf. Ich persönlich habe mit einem speziellen Futter, hergestellt aus Fisch, beste Erfahrungen gemacht. Informationen dazu (und über andere Dinge) erhalten Sie u.a. bei Tel. 09381-6477. - Ach ja und übrigens: Süssigkeiten jeder Art sind absolut verboten und nicht nur der Zähne wegen. Sie sind zum Teil giftig für Tiere, in größeren Mengen "genossen" können sie tödlich sein (vor allem Schokolade). Auch Zimmerpflanzen (die Dieffenbachie und viele viele andere) usw. beinhalten oft eine große Gefahr, werden sei gefressen. - Ich benutze an dieser Stelle die Gelegenheit und möchte eden Hundebesitzer (oder zukünftigen Hundebesitzer) eindringlich vor einem Problem warnen: Vor allem große Hunderassen sind vor Magenumdrehung zu schützen! Das heißt, wenn Sie einen sehr aktiven Hund haben, empfiehlt es sich, den Hund zu füttern, nachdem er ausgeführt wurde und genug Zeit zum spielen und herumtoben hatte! Geben Sie dem Tier ausreichend Zeit für Ruhepausen nach der Fütterung. Füttern Sie nicht zuviel auf einmal! Der Hundemage ist ein sehr kompliziertes Organ. Es sind schon Fälle aufgetreten, das nach einer zu üppigen Mahlzeit bei zu übermässigen Aktivitäten eine Magendrehung aufgetreten ist. Das betroffene Tier wird apathisch und Sie haben allenalls noch 1 Stunde, um den Hund operieren zu lassen. In den meisten Fällen sind Magendrehungen tödlich! Auch dies ist ein Grund, warum niemand seine Hunde stundenlang (oder noch länger) alleine und unbeaufsichtigt lassen sollte. Wie schnell hat ein findiger Hund eine Futterkiste geöffnet und sich über den Inhalt hergemacht. Das so konsumierte Trockenfutter quillt im Magen richtig auf und der Magen kann platzen. Wer sein Tier einem solchen Schicksal ausliefert, dem helfen auch keine Entschuldigungen, schuld ist er allein an solch einem tragischen Tod! Die Tiere sind unsere Schutzbefohlenen und wir haben für sie zu sorgen.
Wie sucht sich nun ein unerfahrener Hundekäufer seinen Welpen aus? Mein Rat: Am besten gar nicht. Oder nur unter Anleitung des Züchters, der Sie kennenlernt und der Ihnen Ratschläge gibt. Und natürlich auch auf Sympathie. Wenn ein Welpe beim Besuch beim Züchter immer wieder von Ihnen wegwill o.ä. sollte Ihnen dies vielleicht zu denken geben. Ich sage oft: Die Racker suchen einen selbst aus. So ist das eben. Einer kommt und möchte den temperamentvollsten aus dem Wurf und dann liegt der Kleine, der schmusige, die ganze Zeit in seinen Armen. Meistens sind dann die Würfel schon gefallen. Kaufen Sie nicht, wenn Sie ein schlechtes Gefühl haben, worin auch immer sich dies begründet. Auch Züchter und Käufer müssen einen Draht zueinander haben, das kann gar nicht oft genug erwähnt werden. Es gibt auch Züchter, die einem einfach einen Hund nicht verkaufen wollen. So leid einem dies tut, aber das müssen Sie akzeptieren. Sie können niemanden zwingen, Ihnen einen Hund zu verkaufen. Auch wenn Begriffe wie Ethik und Moral heutzutage oft ein Fremdwort sind, aber jemandem etwas aufzuzwingen (und sei es, ihn zum Verkauf eines Hundes zu zwingen) bedeutet auch, dem anderen seinen Willen aufzuzwingen, obwohl dieser es gar nicht möchte. Überlegen Sie sich das lieber vorher.
Machen Sie auf jeden Fall einen Vertrag mit dem Züchter. Unsere Züchter verkaufen ihre Hunde nur mit Vertrag. Wir bitten Sie, nicht verärgert zu sein, wenn der Züchter sich die Nummer Ihres Personalausweises aufschreibt und mit in den Vertrag übernimmt. Zu oft verliert man sich aus den Augen und manchmal ist es gar nicht so schlecht, nach einem Umzug wiedergefunden zu werden, wenn Sie z.B. die Telefon-Nummer "Ihres" Züchters nicht mehr haben. - Mit einem Welpenpreis von bis hin zu 1000 EURO sollten Sie zudem rechnen. Alles was darüber liegt, hat keinen Grund der mit irgendetwas zu rechtfertigen ist - außer mit Geldgier. - Die Sache mit dem Preis hat natürlich auch Kehrseiten, es wäre vielleicht gar nicht so übel, etwas mißtrauisch zu werden, wenn Welpenpreise erheblich geriner sind. Vielleicht ist die "Ahnentafel" der Grund dafür?
Die Hunde unserer Züchter werden nur geimpft abgegeben. Die Ahnentafel gehört zum Hund. Es kommt vor, das eine Ahnentafel nachgesendet werden muß. Dies sollte in den Vertrag mit aufgenommen werden. Die Ahnentafeln unseres Vereins sind blau und tragen die Aufschrift "1.WS e.V. Einheit". Wir sind der IWSF angeschlossen. Bei uns steht die Tierliebe an erster Stelle: Im Zweifelsfall zum Wohle des Hundes!
Ein Detail erscheint mir persönlich sehr wichtig: Schnell habe ich als Hundehalter gelernt, das mein Hund eigentlich immer schlauer ist als ich. Was ich nicht merke, merkt mein Hund allemal. Beobachten Sie Ihren Hund gut. Geben Sie ihm die Zeit, sich bei Ihnen einzugewöhnen. Muten Sie Ihrem Welpen nicht zuviel auf einmal zu. Lassen Sie ihn schlafen, wenn er müde ist. Danach geht es SOFORT (und nicht 1 Minute später) auf die Straße, denn das Bächlein danach kommt unweigerlich. Und "Moment mal" oder "Ich hab grad keine Zeit" kennt ein Welpe nicht. Menschen die sich darüber beschweren das ihr Hund nicht stubenrein ist, haben dies meist selbst verursacht, durch Nachlässigkeit. Wenn der Hund noch klein ist, muß er öfter raus, auch nachts. Das ist nun einmal so. Stubenreinheit will trainiert werden. Überfordern Sie den kleinen Kerl auch sonst nicht. Wenn Sie ihm angewöhnen müssen, das er ab und zu alleine bleiben muß, so tun Sie dies bitte nach und nach. Gute Erfolge habe ich damit erzielt, wenn ich meine Hunde immer nur anfangs minutenlang alleine ließ und meine Ausflüge ohne Hund immer etwas weiter ausdehnte. Eine anschließende Belohnung ist obligatorisch und macht jedem Hund Freude. Am besten lernt er über die Stimme. Wenn Sie immer gleichbleibend unbetont mit ihm reden, kann er Sie möglicherweise schlecht verstehen. Lassen Sie sich auch dazu vom Züchter vielleicht ein paar Ratschläge geben. Ab einem gewissen Alter können Sie mit dem Welpen in eine Hundeschule oder auf einen Hundeplatz gehen. Hier gilt besonders: Wenn Ihnen auffällt, das alle anderen Vereinsmitglieder lieber am Tresen stehen und Bier trinken (oder ähnliches machen) als mit ihren Hunden zu trainieren, ist dies ein schlechter Hundeplatz. Dort lernen Sie bestimmt nur "Kommandos" und gewisse Übungen und das wars, wer hat denn an so etwas Freude? Ich jedenfalls nicht. Meiden Sie Hundeplätze, auf denen man Ihnen die Weissen Schweizer Schäferhunde schlecht machen will, weil die "nichts taugen" und so weiter, weil die "immer krank sind" oder "Albinos sind". Wer solche Dummheiten von sich gibt, geht besser sofort wieder in die Schule zurück oder läßt sich vielleicht von jemand Berufenem Benehmen beibringen (was unter Hundebesitzern oft eine fragliche Sache sein kann, aber damit muß man leider leben). Es ist auch so, das vieles was mit Hundehaltung zusammenhängt, Toleranz von allen Beteiligten erfordert. Weisse Schäferhunde haaren das ganze Jahr über, gleich ob Stockhaar- oder Langstockhaar-Tiere. Auch zwischen diesen Tieren gibt es einen Unterschied. Meine persönliche Erfahrung, nachdem ich glücklicher Besitzer von 3 stockhaarigen Weissen Schweizer Schäferhunden war und jetzt einen Langstockhaar-Rüden mein Eigen nenne ist die: Gekämmt oder gebürstet werden müssen sie alle. Dies ist für mich keine lästige Pflicht (weder Johnny noch Baronesse mochten es gerne, gekämmt zu werden, und auch Prinzeß war nicht so begeistert), mein Sammy genießt die tägliche Extra-Zuwendung sehr. Jedoch müssen Tiere mit Langstockhaar intensiver ausgebürstet werden und mein Teppich ist viel stärker beansprucht mit dem Langstockhaar. Auch deshalb empfehle ich, diese Frage vor dem Kauf eines Tieres zu klären - oder (noch einfacher vielleicht?) einfach allen Teppichen Adieu zu sagen, was bei Hundehaltung sowieso empfehlenswerter ist (lesen Sie hier auch den interessanten Artikel unserer langjährigen Züchterin Birgit Stoll: DER AUFBAU DER ZUCHT IN DEUTSCHLAND). Können Sie damit umgehen? Wenn dem so ist, ist alles klar. Wenn nicht: Besser kein Tier anschaffen. Auch die Sache mit dem Hundekot auf Bürgersteigen oder wo auch immer ist für Unbeteiligte nicht so schön, vor allem in Städten. Auch dies fordert von Ihnen Entgegenkommen. Entsorgen Sie die Hinterlassenschaften Ihres Lieblings. Stellen Sie sich vor, jemand wirft Ihnen immer seinen Müll in den Garten oder durch Ihr Fenster. Daran haben Sie gewiß auch keine Freude und eklig ist es zudem.
Unsere weißen Lieblinge haben viel Freude am spielen, sie schwimmen gern und sind sehr lustige Tiere, die viele Ideen haben (die leider nicht immer so gern von ihren Besitzern gesehen werden). Dazu gehört sowohl das Zerfleddern von Pantoffeln als auch das Ausbuddeln von Pflanzen und/oder das Jagen von Kaninchen und Katzen. Fördern Sie dies alles bitte nicht. Es ist den weißen Gesellen (und auch andersfarbigen) schwerer wieder abzugewöhnen als Sie denken.
Wenn der kleine Freund dann "in die Jahre" kommt, was dann? Es ist eine besondere Freude, mit älteren Tieren zusammen zu sein. Das habe ich im Laufe meiner Freundschaft mit diesen Hunden immer wieder feststellen können. Meine erste Weisse Schäferhündin, Baronesse (Baroness-Cita von Ronanke) wurde immer schöner, je älter sie wurde, immer schlauer, immer charaktervoller, immer niedlicher. Mein zweiter Hund, Johnny (Aron Big-Teddy-Bear von Grandy) entwickelte sich zu einem wundervollen, verständnisvollen, einzigartigen Freund, den ich vermissen werde, solange ich lebe. Er wurde nicht einmal 10 Jahre alt. Aber so etwas muß nicht sein. Ich habe das Pech gehabt, einen Hund "zu erwischen", der HD hatte, eine schreckliche Krankheit. Er bekam im Alter von 9 1/2 Jahren einen schlimmen HD-Schub, deshalb wurde eine umfangreiche Gold-Akupunktur gesetzt (Informationen dazu finden Sie im Internet und über die Website http://www.tierdoc-ferdinandniessen.de), die es uns ermöglichte, noch 7 wundervolle Monate gemeinsam zu verbringen. Ohne diese Operation hätte mein Hund eingeschläfert werden müssen, weil er trotz der Gabe von täglich 2 x 2 Tabletten eines bekannten Schmerzmittels kaum noch laufen konnte. Unsere Züchter bemühen sich, HD zu vermeiden, aber verhindern kann man sie offensichtlich noch nicht. Wir haben vor einigen Jahren bereits nach Absprache mit dem Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) die offizielle VDH-Auswertungsstelle kontaktiert und lassen seitdem vertraglich vereinbart unsere Hunde über diese offizielle Auswertungsstelle auswerten. Unsere Züchter röntgen bei Ärzten, die eine VDH-Erlaubnis zum Röntgen haben. Trotzdem kann es vorkommen, das ein Nachkomme eines HD-freien Hundes HD hat. Die Meinungen der Ärzte darüber gehen deutlich auseinander. Unsere Züchter züchten nur mit Hunden die HD-frei oder HD-fast normal sind. Eine Zucht mit Hunden die HD-leicht (oder schlimmer) haben, lehnen wir bereits seit 1994 völlig ab (zu dieser Zeit war es in Deutschland durchaus noch überall üblich, mit HD-leicht zu züchten, wurde jedoch bis 1993/94 in unserem Verein nur einige Male praktiziert, danach gar nicht mehr). Auf die Tatsache, das es heutzutage noch Vereine oder sogenannte Züchter gibt, die sich nicht dafür interessieren, das ihre Hunde HD haben, wollen wir hier gar nicht eingehen. Dies ist ein finsteres Kapitel der Hundezucht in Deutschland, und genauso finster ist das Kapitel, das es Individuen gibt, die ihre Hündinnen abichtlich aus reiner Geldgier zweimal hintereinander werfen lassen (es ist klar, das sehr schnell Unfälle passieren können. Davon rede ich an dieser Stelle auch nicht). Das wird keiner unserer Züchter tun. Fragen Sie nach, wann die betreffende Hündin Welpen vor dem Wurf hatte, der zur Zeit Ihres Besuches bei einem Züchter liegt. Aber es gibt immer noch Vereine, in denen es erlaubt ist, dies zu tun. So entpuppt sich bei näherem Hinsehen manches angebliche Paradies für Hunde auf Erden als gewissenlose Massen"zucht"anlage die die Verdienstmöglichkeiten ihrer Betreiber verbessert. So ist auch empfehlenswert darauf zu achten, ob ein von eigenen Gnaden selbst ernannter Züchter oft die Zwingernamen wechselt oder sogar grundsätzlich zwei benutzt, alles ist schon vorgekommen. Möglicherweise muß die eine oder andere Hündin ständig für eine Welpenproduktion herhalten. Um Ausreden sind manche feine Herrschaften jedenfalls selten verlegen (da hört man z.B. Sprüche wie "sie hatte beim letzten Wurf nur 4 Welpen, da kann man sie nochmal werfen lassen, das ist nicht schlimm" oder "sie wird bald zu alt und ich wollte mir noch einen Welpen von ihr behalten..." usw., usw.). Ich rede hier nicht davon, das einem Züchter tatsächlich einmal ein Mißgeschick passieren kann, dagegen ist niemand gefeit. Es muß nicht einmal der Rüde von nebenan über den Zaun springen und eine Hündin unbemerkt decken. Oder "Wer arbeitet macht Fehler, wer viel arbeitet macht viele Fehler?" In der WS-Szene sind schon Sachen passiert, die man sich einfach zu glauben sträubt. Da "züchtet" so mancher in verchiedenen Vereinen (für allgemeine Hunderassen) und macht mit seiner Hündin bei jeder ihrer Hitzen einen Wurf, immer abwechselnd in dem einen Verein und dann wieder im nächsten - natürlich unter verschiedenen Zwingernamen, vielleicht sogar unter mehr als zweien. Da werden Hunde in die "Zucht" genommen, die keinesfalls mehr dem Standard entsprechen, ja, es gibt sogar Leute die machen "Experimentalwürfe" mit anderen Hunderassen.
Wir die wir uns Mühe geben, hoffen inständig, das nicht irgendwann einmal die Nachkommen solcher Hunde irgendwo zur Zucht zugelassen werden. Wir haben uns seit 24 Jahren den Weissen Schweizer Schäferhunden verschrieben (der Gründer des Vereins war der 1.Züchter für Weisse Schäferhunde in Deutschland, Martin Faustmann) und wollen die Rasse schützen. Innerhalb von 100 Jahren wurden genug Experimente gemacht, da ist es nicht notwendig, wenn irgendwelche Besserwisser und Nichtskönner die Tiere zu sinnlosen Versuchen mißbrauchen! Wenn man so etwas hört, dann hört es sich fast harmlos an, das manch einer geplant seine Hündinnen "nur" einmal einen Wurf direkt nach dem vorherigen machen läßt, das ein Züchter seine Hunde an einem anderen Ort hat als an dem, an dem er selbst wohnt,ja,da erfährt man so nebenbei das nach "langen Jahren" "endlich" wieder ein Wurf gemacht wird - sieht man dann näher hin, dann bemerkt man, das nicht nur ein Wurf, sondern sage und schreibe d r e i Würfe beinahe gleichzeitig in die Welt gesetzt werden (vielleicht folgen die nächsten Ankündigungen in den nächsten Monaten?). Alles natürlich unter dem Deckmäntelchen der seriösen Hundezucht, die sich der Wesensverbesserung verschrieben hat. Aber wehe, jemand ist auch noch (vielleicht als Laie) dazu fähig, Ahnentafeln zu lesen. Dem wird sich beim studieren der angekündigten Verpaarungen endgültig (hoffentlich) der Magen umdrehen, denn da wird Inzucht betrieben auf Teufel komm raus und diese nur noch als Vermarktung zu bezeichnende Vorgehensweise wird auch noch als Rasse-Verbesserung deklariert. Es gibt natürlich noch mehr Auswüchse, aber langsam fragt man sich ob es wirklich überhaupt noch verwerflicher ist, wenn einer Weisse Schweizer Schäferhunde an Leute verkauft, die Würfe mit farbigen Schäferhunden machen. Oder das jemand seinen Rüden weiterverkauft, weil dieser für den Hundesport nicht geeignet ist. Armes Tier. Wenn du schon nicht zur Ausbildung geeignet bist, so tu wenigstens deine Pflicht bei einem Züchter? Solch ein Tier würde ich vielleicht noch mehr lieben als meine anderen Tiere (obwohl ich das bezweifle, ich hab sie alle gleich lieb, denn jeder ist anders). Es kann schließlich nichts für die "Zucht", aus der es kommt. Ich bin optimistisch, und hoffe, die Zahl der wirklichen Tierliebhaber überwiegt. Solche, die Tiere nicht nur als Geldproduktionsmaschine ansehen oder als Mittel zur Kompensierung ihrer Minderwertigkeitskomplexe. Ich hoffe, es finden sich immer öfter wirkliche Tierfreunde, die sich z.B. dafür einsetzen, das diejenigen, die ihre Tiere gegen andere, die ihrer Meinung nach "besser" sind austauschen, nur weil sie vielleicht keine Ahnentafel haben oder einer anderen Hunderasse angehören. Pfui!. Leider muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, das sich oft sogenannte "Züchter" geradezu wie Aasgeier auf Tiere zu stürzen versuchen, die ins Tierheim kommen. Da wird sich dann u.U. über Tierheime beschwert, weil sie Tiere, die aus unhaltbaren Verhältnissen befreit worden sind, kastrieren lassen, denn einer der Rüden könnte doch bestimmt noch in die Zucht usw. Es ist ganz besonders abscheulich, wenn Züchter von eigenen Gnaden oder was auch immer sich noch erdreisten, auf billige Art und Weise an - wie sie es nennen - "Zuchtmaterial" herankommen wollen. Man kann die Tierheime nur zu warnen versuchen, wenn geradezu massenhaft Leute bei ihnen hereinschneien, die sich als Spezialisten für die Weissen Schäferhunde aufspielen, man muss dahinter geradezu neuerdings Versuche vermuten, an billige Zuchttiere heranzukommen. Langsam wird bei all dem was man so erfährt der Status erreicht, das man sich fast schämt, gewisse Leute dem Namen nach zu kennen oder - schlimmer noch - ihre persönliche Bekanntschaft jemals gemacht zu haben.
Mein Apell geht vorallem an die Neulinge unter den Liebhabern des Weissen Schäferhundes! Die Tierliebe soll siegen, vor allem anderen! Was nützt es mir wenn ich einen schönen Hund habe (dessen Eltern vielleicht auch auf Ausstellungen gewonnen haben) und er ist krank, ja, hat am Ende noch HD oder irgendein anderes Handicap? Nicht nur mein Tier leidet nachher, sondern meine Familie leidet mit mir, meine Kinder und wer sonst noch alles. Lassen Sie Ihr Tier, wenn es in Not ist, nicht im Stich! Helfen Sie ihm, lassen Sie es operieren - aber wenn gar nichts mehr hilft, zögern Sie die Entscheidung nicht zu lange hinaus.
Brigitte Toll 1.Weisse Schäferhunde e.V. Einheit
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